JAPAN – Das Land der aufgehenden Sonne

Auf dieser Seite veröffentlichen wir Interessantes und Wissenswertes über das Land JAPAN. Kultur, Sprache, Lebensart, Menschen, Gepflogenheiten, Kurioses … was immer wir mit den Besuchern unserer Homepage für »teilenswert« halten, findest Du auf dieser Seite. Einige Informationen stehen Dir als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. Die Bilder auf dieser Seite kannst Du Dir per Mausklick auf das Bild in einer Vergrößerung ansehen.


Reisfeldkunst in Inakadate (Aomori-Präfektur) 青森県田舎館村 田んぼアート

Hast Du schon einmal von »Reisfeldkunst« gehört? Wenn nicht, dann möchten wir Dir diese Kunstform aus Japan mit der nachfolgenden Dokumentation vorstellen. 田んぼアート ... tanbo âto ... ist eine Wortschöpfung aus Reisfeld (tanbo) und der japanischen Schreibweise des englischen Begriffes für Kunst »art« (âto). Als Wiege dieser Kunst könnte man das japanische Provinzstädtchen Inakadate in der nordjapanischen Präfektur Aomori bezeichnen. Der einzige Wirtschaftszweig in Inakadate ist der Reisanbau. Um die rund 8.000 Einwohner zählende Gemeinde für den Fremdenverkehr attraktiver zu machen, ließ man sich dort zum ersten Mal im Jahr 1993 etwas ganz Besonderes einfallen. Mit Hilfe von computergenerierten Plänen haben 1.200 Freiwillige mit Reissetzlingen wahre Kunstwerke geschaffen!

»Fujin-Raijin« ... Der japanische Wind- und Donnergott als Besuchermagnet im Jahr 2006

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Ein 1,5 Hektar großes Reisfeld hinter dem Rathaus wurde zur »Leinwand« um riesige Bilder und Charaktere darzustellen. Es wurden verschiedene Reissorten gepflanzt, die nach vollständigem Austrieb unterschiedliche Farben entwickelten. Zum Betrachten der daraus entstehenden Bilder baute man sogar einen Aussichtsturm. Im Jahr 2006 kamen 200.000 zahlende Besucher in die Aomori-Präfektur nach 田舎館村 ... Inakadate-mura, um das jährlich entstehende Kunstwerk zu bestaunen. Das Motiv war in diesem Jahr 風神、雷神 ... Fujin-Raijin, der japanische Wind- und Donnergott. Außer herkömmlichem Speisereis, wurden mit Perfektion dieser Bilder in den späteren Jahren auch antike Reisarten und Zierreis verwendet. Dadurch wurden die Farben Grün, Gelbgrün, Dunkelviolett, Gelb, Weiß, Orange und Rot geschaffen. Zwischenzeitlich hat die Reisfeldkunst ganz Japan erobert. Man kann diese Kunstwerke nicht nur vom Observationsdeck aus, sondern auch von der Straße aus bewundern, die sich durch das riesige Reisfeld zieht.

 

Zahlreiche nationale und internationale Motive

Zu den Motiven gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem Leonardo da Vincis »Mona Lisa«, Napoleon, Marilyn Monroe, bekannte Charaktere aus dem japanischen Kabuki-Theater, das Meisterwerk des Ukiyo-e Künstlers Katsushika Hokusai »Die große Welle von Kanagawa«, die japanischen Glücksgötter Ebisu & Daikoku  und Darstellungen verschiedener Samurai-Helden. Es ist unglaublich, welche Kunstwerke dort schon geschaffen wurden.

»Vom Winde verweht« 風と共に去りぬ

Die Verfilmung des Romans von Margaret Mitchell aus dem Jahr 1939 mit Vivien Leigh und Clark Gable gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte. Im Japanischen heißt dieser Film. 風と共に去りぬ ... kaze to tomo ni sarinu. Das bekannte Filmplakat lieferte im Jahr 2015 das Motiv für das damalige »Reisfeldgemälde«. Mit unserer Bilddokumentation bekommst Du einen eindrucksvollen Einblick, in welchen Stadien dieses Kunstwerk entstanden ist. Ein Klick auf das Bild öffnet eine Vergrößerung, in der Du die Bildbeschriftung gut lesen kannst.

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»Shûkan – Sitten und Gebräuche im Land der aufgehenden Sonne«

Japan-Reisende, die zum ersten Mal nach Japan kommen und sich vorher noch nicht eingehender mit dem Land der aufgehenden Sonne beschäftigt haben, empfinden diese Reise bisweilen als »Kulturschock«. In der Tat ist Japan in vielen Belangen ganz anders, als wir das aus unserer westlichen Welt kennen. Es lohnt sich also, sich im Vorfeld einer solchen Reise nach ein paar Tipps zu erkundigen.

Ratgeber von Kikkoman – Weltmarktführer für Sojasauce

Für alle, die eine Reise nach Japan planen und für alle Freunde der japanischen Kultur und Lebensart hat die Firma Kikkoman in kompakter Form einen 46-seitigen Japan-Ratgeber zusammengestellt. Japan-Business, Alltag in Japan, Tipps zu Restaurantbesuch und privaten Einladungen, japanische Küche und Feste sind nur einige der Themen dieses interessanten Nachschlagewerks für Japan-Besucher.

 

習慣 ... shûkan ... nennt man diese Gepflogenheiten auf Japanisch. Wenn Du mehr zu diesen »Benimm-Regeln« wissen und lernen möchtest, findest Du im Ratgeber der Firma Kikkoman sicherlich einige hilfreiche Hinweise. Die PDF-Datei steht Dir auf unserer Unterseite Downloads zur Verfügung.



Japanische Keramik und Kalligrafie – Sonderausstellung in Lahr

Vom 19.01.2020 bis 19.04.2020 zeigte das Stadtmuseum in Lahr japanische Keramik aus der Stadt Kasama (Präfektur Ibaraki). Die Ausstellung umfasste über 70 Werke der Gebrauchs- und Gefäßkeramik von renommierten Künstlern aus einem der Zentren japanischer Töpferkunst. Darüber hinaus waren eindrucksvolle Werke der japanischen Schreibkunst von Shodô-Künstlerin Keishu Kawai aus Colmar im französischen Elsass zu sehen. 書道 ... shodô ... bedeutet wörtlich »Der Weg des Schreibens«. Bei dieser Kunstform werden japanische Schriftzeichen (Kanji) oder Kurzgedichte (Haiku) mit Pinsel und Tinte zu Papier gebracht. Jede Kalligrafie besticht durch ihre Einzigartigkeit. In einem schöpferischen Akt werden diese Kunstwerke teilweise in wenigen Augenblicken geschaffen. Wir haben am 08.02.2020 diese interessante Ausstellung in Lahr besucht.

Schönheit in Gebrauch

「用の美」... yô no bi ... steht im Japanischen für »Schönheit in Gebrauch«. Gemäß dieser Philosophie sind Kunstgegenstände nicht nur zum Betrachten, sondern für den täglichen Gebrauch vorgesehen. Auch die ausgestellten Werke der Keramikkünstler dürften durchaus gebraucht werden, was jedoch beim Anblick dieser wertvollen Kunstwerke nur schwer vorstellbar ist.

Keishu Kawai, Shodo, Kalligrafiekünstlerin, Karate Erlach

Keishu Kawai · Shodô-Künstlerin

Keishu Kawai · 川井 恵秀 · stammt auch aus der nördlich von Tôkyô gelegenen Präfektur Ibaraki und ist in unserer Region sehr oft auf Ausstellungen mit ihrer Kalligrafie-Kunst zu sehen. Im Lahrer Stadtmuseum reicht die Palette ihrer Exponate von kleinen Darstellungen japanischer Schriftzeichen wie Licht, Leidenschaft, Gelassenheit und Freude über verschiedene  掛け物 »Kakemono« genannte Rollbilder bis zum wandfüllenden Sumie-Gemälde. Hinter dem Begriff 墨絵 »Sumie« verbirgt sich die Kunst der japanischen Tuschmalerei, mit der sich Keishu Kawai ebenso auf höchster künstlerischer Ebene befasst.

Keishu Kawai, Shodo, Kalligrafiekünstlerin, Karate Erlach

Kalligrafie-Vorführung auf der »Chrysanthema« in Lahr


Die Schönheit Japans. Die Schönheit der Tinte.

Keishu Kawai, Shodo, Kalligrafiekünstlerin, Karate Erlach

Weitere Informationen findest Du im Flyer zur Ausstellung der Dir hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung steht.

日本の美 · 墨の美 ... »nihon no bi · sumi no bi ... Die Schönheit Japans · Die Schönheit der Tinte«. Unter diesem Titel hatte Keishu Kawai eine Fenster-Kalligrafie entworfen, die ebenso in der Ausstellung zu sehen war. Die Kalligrafiekunst von Kawai-san durften wir in den vergangenen Jahren schon mehrfach bewundern. Im November 2007 zeigte sie eine eindrucksvolle Shodô-Vorführung auf der »Chrysanthema« in Lahr und war am 16.10.2009 Ehrengast bei der Ausstellung »Sumie – Japanische Tusche-Malerei und Kimono-Kultur« von Ikebana-Meister Kikuto Sakawaga-Sensei. Auf der Vernissage durften wir damals dabei sein. Die Bilder weiter oben stammen von diesen beiden Veranstaltungen.

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Japanische Keramik und Kalligrafie · Lahr
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